Richard Prause: 30.03.2012

„Der Thriller von Dortmund . . .“

Die MedaillengewinnerInnen bei der Liebherr-Mannschafts-Weltmeisterschaft in Dortmund stehen also fest. Die Farbaufteilung gilt es freilich noch zu bestimmen.

Dass Deutschlands Herren und Chinas Herren bei der Siegerehrung anwesend sein würden, war nicht schwer abzusehen. Deutschlands Express überrollte Schweden in gewohnter Weise und – auch wenn Österreichs Herren gegen China gar keine schlechte Figur machten – dass der Gigant vor dem Finale fallen könnte, daran dachte ohnedies im Traum niemand.

Dass Deutschlands Herren um Timo Boll im Halbfinale gegen Japan ein schwerer Tanz erwartet, ist klar. Auch wenn die junge Mannschaft aus Asien in der Vorrunde nicht uneingeschränkt zu glänzen wusste, Jun Mizutani und Co. sind ein mehr als ernst zu nehmender Gegner. Wiewohl eventuell zu berücksichtigen ist, dass der Druck auf die japanische Delegation bedingt durch das Ausscheiden der Damen im Viertelfinale gegen Korea im Gesamten gesehen gestiegen ist.

Bei den Damen sorgte Freitag die DTTB-Auswahl für den Thriller des Tages. Gegen Titelverteidiger Singapur sensationell mit 2:0 in Führung und im entscheidenden letzten Spiel hatte es Vize-Europameisterin Irene Ivancan auf dem Schläger Chinas vermeintlich größten Rivalen aus dem WM-Rennen um die Medaillen zu nehmen. Am Ende reichte es nicht – Wang Yue Gu setzte sich im letzten Satz des Abends gegen Ivancan 11:4 durch und bewahrte ihre Mannschaft vor dem unerwartet frühen Knock-Out.

Dennoch: Irene Ivancan verdient sich eine besondere Erwähnung. Sie bot über weite Strecken eine fast außergewöhnliche Leistung. Sie spielt variabel, hat ein großes Kämpferherz und hat auch deshalb das Zeug, zu einem wahren Publikumsliebling zu werden.

Deutschlands Damen bleiben ohne Medaille, können aber – egal, was in den Platzierungsspielen noch kommen mag – nach den Titelkämpfen definitiv erhobenen Hauptes bilanzieren. Respekt vor großen Leistungen . . .



Produkte
Social