Richard Prause: 31.03.2012

„Das Traumfinale . . .“

Jetzt ist also amtlich. Das Finale bei der Liebherr-Mannschafts-Weltmeisterschaft lautet Deutschland gegen China. Eine Woche lang hatte sich alles auf eben dieses Duell hin zugespitzt, Sonntag ist es so weit. Die Dortmunder Westfalenhallen werden 23 Jahre nach dem sensationellen Doppelgold von Jörg Rosskopf und Steffen Fetzner „brennen“.

Ob am Ende wieder eine Sensation made in Germany passiert?

Schön der Reihe nach.

Deutschlands Herren haben im 7. Spiel der WM zwar das erste Einzelspiel (Patrick Baum gegen Seiya Kishikawa) abgegeben, das 3:1 über Japan demonstrierte aber klar und unmissverständlich: Deutschland ist Sonntag bereit, nach den Sternen zu greifen.

Respekt vor Timo Boll, der sich einmal mehr als Fels in der Brandung behauptete, zwei 3:0-Siege (gegen Koki Niwa und Jun Mizutani) einfuhr und bestens gerüstet scheint für das große Duell mit den Stars aus China.

Respekt aber auch vor Dimitrij Ovtcharov. Ausgerechnet im WM-Semifinale hat er gegen seinen Angstgegner Jun Mizutani den ersten Sieg holen können. „Dima“ agierte die ganze Woche in großer Form. Auch er brüllt es gleichsam hinaus: „Ja, ich will . . .“

Ich würde es meinem Nachfolger Jörg Rosskopf und seiner Mannschaft nur allzu sehr wünschen, dass es diesmal klappt. Vor zwei Jahren in Moskau saß ja ich (vor meiner Übersiedlung zur Werner Schlager Academy nach Wien) noch auf der deutschen Bank als Cheftrainer. Zwei Jahre sind vergangen. Zwei Jahre, in denen Boll, Ovtcharov und Kollegen weiter gereift sind . . .

Dass bei den Damen China und Singapur im Endspiel aufeinander treffen würden, wurde allgemein hin erwartet. Dass Titelverteidiger Singapur aber zum zweiten Mal nach dem Viertelfinal-Thriller gegen Deutschland (3:2 nach 0:2) auch im Halbfinale gegen Südkorea über die volle Distanz gehen muss, kam vielleicht doch unerwartet.

Und, siehe da: Chinas Damen haben beim 3:1 gegen Hongkong auch die erste Partie im Laufe der WM abgeben müssen. Dass Chinas Damen die Revanche für Moskau vor zwei Jahren am Sonntag gelingt, zeichnet sich dennoch irgendwie ab . . .



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