Richard Prause 01.04.2012

„24:0 – Gratulation an China. . .“

Das „Wunder von Dortmund“ blieb also aus. Hätte es wirklich eines Wunders aus deutscher Sicht bedurft, um Chinas Tischtennis-Götter bei der Mannschafts-Weltmeisterschaft vom Thron zu stoßen?
Oder hätte es eventuell doch nur die so ersehnte 1:0-Führung (im Fall eines Sieges von Timo Boll über Weltmeister Zhang Jike) sein müssen?

Wie auch immer: Deutschlands Herrenteam hat eine große WM gespielt. Eine ganz große sogar. Einmal mehr (nur) zerschellt an der der chinesischen Mauer.

3:0 – am Papier klingt das so brutal und freilich ist das Finalspiel ein weiterer Beweis dafür gewesen, dass China derzeit im Welt-Tischtennis doch in gewisser Weise unantastbar ist.

Acht Partien hat Chinas Mannschaft in Dortmund bestritten. Acht Siege und das gleichermaßen beeindruckende wie bedrückende Spielverhältnis von 24:0 stehen zu Buche.

Viel mehr braucht man im Grunde nicht mehr dazu zu sagen: Zuerst China, dann (ebenfalls mit Respektabstand) Deutschland, dann der Rest der Welt.

Nach der WM ist vor Olympia und unter den Eindrücken von Dortmund ist auch im Hinblick auf London davon auszugehen, dass die chinesische Mauer nur schwer zu nehmen sein wird. Wiewohl auch zu bemerken ist, dass Deutschland nicht nur in der Person von Timo Boll, sondern auch durch Dimirij Ovtcharov auf Augenhöhe mit China auftreten kann. Und Patrick Baum (der in der Qualifikation für London aber Bastian Steger weichen muss) macht ebenfalls erstaunliche Fortschritte.

Bei den Damen hat China zwei Jahre nach der überraschenden  Finalniederlage gegen Singapur in der Neuauflage die „Weltordnung“ wieder hergestellt.

Ich möchte auch noch ein Wort über die WM-Organisation verlieren. Diese Goldmedaille ist Deutschland sicher. Einmal mehr hat der DTTB unter Beweis gestellt, ein großartiger Gastgeber und Organisator zu sein. Die WM war  - auch wenn sie aus der Sicht der Gastgeber nicht den finalen Ausgang fand, den man sich erträumt hatte – eine Werbung für den Tischtennissport auf der ganzen Welt.


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