21. November 2013

Zum Schluss das Beste: Gold für Timo Boll und Patrick Franziska

Nach 787 Spielen, 2648 Sätzen und 67176 gespielten Punkten endeten die GAC Group ITTF German Open 2013 am späten Nachmittag des 17.11.2013 mit der Kür, nicht nur für den Ausrichter DTTB, sondern auch für Butterfly.

Zum ersten Mal fanden sich die Butterfly-Spieler Timo Boll und Patrick Franziska bei einem großen Turnier als Doppelpartner zusammen und feierten direkt den ersten Erfolg; Der erste Platz im Herrendoppel war der Höhepunkt des Finaltags in der Berliner Max-Schmeling-Halle.

In einem dramatischen Match kämpften sich Boll und Franziska nach einem 1-2 und 5-9 Rückstand  gegen die Doppelspezialisten Chiang Hung-Chieh und Huang Sheng-Sheng aus Taiwan heran und wendeten die Partie zu einem knappen, aber spektakulären Finalsieg in der Verlängerung des fünften Satzes (11-8, 7-11, 8-11, 13-11, 12-10).

„Es ist toll, mit Timo zu spielen. Er gibt mir Selbstvertrauen und hilft mir über manchen Hänger hinweg. Ohne ihn hätten wir auch das Finale nicht gewonnen" meinte Patrick Franziska nach dem gewonnenen Finale. "Das 4000$  Preisgeld ist eine willkommene Beigabe. Der Titel war wichtiger und den kann uns keiner nehmen."

Für Patrick Franziska war es der erste Titel, für Timo Boll der der achte mit dem vierten Doppelpartner. Bereits 2001 gewann er in England und den Niederlanden mit Zoltan Fejer-Konnerth, 2004 in Polen, 2005 in Japan und bei den German Open 2004 und 2009 jeweils mit Christian Süß. Sein letzter Doppeltitel stammt aus dem Jahr 2013, im Juni gewann er an der Seite des Topchinesen Ma Long die China Open in Changchun.

Nach einem fantastischen Turnier musste sich Timo Boll erst im Halbfinale geschlagen geben. Gegen seinen Mannschaftskameraden Dimitrij Ovtcharov hieß es nach einem fantastischen Spiel schließlich: 2-4 (11-13, 11-7, 4-11, 11-9, 11-5, 11-9).

Nach einer 2-1 Führung für Timo Boll nahm Ovtcharov das Time-Out und drehte anschließend das Match zu seinen Gunsten. Timo Boll dazu anerkennend: „Entscheidend war vielleicht, dass er mich im vierten Satz mit der Auszeit etwas aus dem Rhythmus gebracht hat. Ich war bis dahin ganz gut in Fahrt und stabil am Tisch und er schon etwas verzweifelt. In der Mitte des Spiels habe ich zu viele einfache Punkte abgegeben. Das darf ich mir gegen ihn nicht leisten. Eine von Dimas Stärken ist es eben, den Gegner aus dem Rhythmus zu bringen.“

Bolls Resümee der German Open jedoch war positiv: „Ich bin aber auf einem guten Weg. Ich wollte hier vor allem zeigen, dass ich wieder konkurrenzfähig bin. Das ist mir gelungen. Insofern bin ich nicht unzufrieden."

Die Siegesserie des deutschen Dimitrij Ovtcharov endete indes erst im Finale. In einem packenden Einzel unter Jubel der rund 5000 Zuschauer in Berlin musste er schließlich dem erst 16-jährigen Fan Zhendong aus China, der erst vor einer Woche die Polish Open gewonnen hatte, zu seinem zweiten Sieg im dritten Turnier gratulieren. Die Partie endete mit 1-4 aus Ovtcharovs Sicht (11-13, 7-11, 11-6, 1-11, 9-11).

Ein Riesenerfolg für Fan Zhendong, den größten Erfolg jedoch sicherte sich Wen Jia aus China. Zusammen mit Zhao Yan gewann sie das spannende Finale im Damen-Doppel nach Abwehr von drei Matchbällen, gegen Ai Fukuhara und Misako Wakamiya aus Japan mit 4-3 (3-11, 8-11, 15-13, 11-8, 11-7). Ai Fukuhara stand sie im Laufe des Finaltags dann noch einmal gegenüber.

Nach einem Halbfinalsieg über Hong Kong's Lee Ho Ching (4-2) stoppte Wen Jia den Lauf von Ai Fukuhara schließlich im Finale. Die 24-jährige Chinesin besiegte den japanischen Star in vier Sätzen (11-5, 11-6, 11-7, 11-5) und freute sich über den zweiten World-Tour Titel ihrer Karriere nach den China Open 2011 in Shenzhen.

In der Einzelkonkurrenz der U21 Damen gewann Lee Ho Ching aus Hong Kong ein knappes Finale gegen die Deutsche Petrissa Solja mit 4-2 (11-9, 13-15, 11-5, 11-7, 9-11, 12-10).

Ein erfolgreiches Turnier spielte ebenfalls der erst 20-jährige Butterfly-Spieler Quentin Robinot. Der talentierte Franzose behauptete sich im Viertelfinale gegen Chen Feng aus Singapur mit 4-0 und sicherte sich die Teilnahme am Finale der U21 Konkurrenz mit einem weiteren, sensationellen 4-0 Sieg über den Briten Liam Pitchford. Erst im Finale war für Robinot Schluss. Im packenden Spiel über die volle Distanz beendete der Japaner Masataka Morizono die Siegesserie Robinots (11-6, 5-11, 11-8, 7-11, 11-6, 5-11, 11-7) im siebten Satz.

Auch der weibliche Nachwuchs sorgte für Aufsehen: Nina Mittelham feierte ebenfalls Erfolge in Serie. Die 16-jährige Butterfly-Spielerin segelte ohne Satzverlust durch die Qualifikation in der U21 Konkurrenz der Damen und schlug sich mit einem Sieg über Shiho Matsudaira mit 3-2 (7-11, 11-7, 11-2, 9-11, 11-9)  sensationell sogar bis ins Achtelfinale der German Open durch, wo sie erst von Zhou Yihan aus Singapur aufgehalten wurde. Noch besser lief es in der Damen-Konkurrenz, wo sie in der Qualifikation die höher platzierte Nikoleta Stefanova bezwang und mit einem weiteren Sieg über Rianne van Duin den ersten Platz in ihrer Gruppe sicherte. Doch auch hier war noch nicht Schluss: Mit 4-2 überrante sie die in der Weltrangliste 87 Plätze vor ihr geführte Ungarin Georgina Pota förmlich und schlug sogar die Weltranglisten 23. Elisabetha Samara, bevor sie im Achtelfinale der späteren Finalistin Ai Fukuhara gratulieren musste.

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