2. April 2012

Schmetterlinge sammeln Gold, Silber und Bronze

Eine Mannschafts-Weltmeisterschaft der Superlative ist zu Ende. An einem beeindruckenden Finalwochenende, an dem allein an den beiden Schlusstagen mehr als 22.000 Zuschauer die Westfalenhallen in Dortmund besuchten, sammelten sieben asiatische Nationen und Gastgeber Deutschland die Medaillen. Auf der obersten Stufe des Siegerpodests standen erwartungsgemäß die Teams der Tischtennis-Weltmacht China, die Gold mit nach Hause nahmen. Aber auch für WM-Tischsponsor Butterfly, der auf dem Centre Court sein Aufsehen erregendes Showmodell "The Earth" präsentierte,  waren die tollen Tage von Dortmund Gold wert: Mit Zhang Jike und Liu Shiwen stehen zwei Vertragsspieler in Reihen der neuen Titelträger, mit der deutschen Herren-Nationalmannschaft (Silber) und Südkorea (zweimal Bronze) waren zwei waschechte Butterflyteams erfolgreich, außerdem spielten sich Japans Herren (Bronze) sowie bei den Damen Singapur (Silber) und Hongkong jeweils mit Schmetterlingen in ihren Reihen auf den dritten Rang.

Bei den Damen revanchierte sich Chinas Team, zu dem in Dortmund auch die Weltranglisten-Zweite Liu Shiwen gehörte, eindrucksvoll für die Finalniederlage vor zwei Jahren und ließ Singapur, das mit Sun Beibei und Yu Mengyu ebenfalls zwei Butterflyspielerinnen in seinem Aufgebot hat, in einer Neuauflage des Endspiels von Moskau keine Siegchance. Wie bei den Damen endete auch das heiß ersehnte Duell zwischen Gastgeber Deutschland und dem Seriensieger China mit einem 3:0 für die Favoriten aus dem Reich der Mitte. China wehrte in Dortmund einmal mehr die Angriffe der Konkurrenz ab und Timo Boll brachte anschließend die Stärke der neuen Weltmeister auf den Punkt: "Sie sind uns in allem etwas überlegen, vor allem aber im Bereich der Athletik. Ich glaube, dass wir hier ansetzen müssen, denn das ist eigentlich der Teil, in dem man sich am leichtesten verbessern kann. Deutschland wird nicht aufhören, China anzugreifen. Es ist zwar unglaublich schwer, China zu besiegen, weil an einem Tag alles passen muss, aber es ist nicht ganz unmöglich. Schon in London werden wir bei Olympia einen neuen Versuch wagen."

Dass der Angriff von Dortmund auf die Große Mauer fehlschlug, lag vor allem auch an Zhang Jike. Der Einzel-Weltmeister behielt im Hexenkessel der Westfalenhalle, in der 11.000 Zuschauer Deutschland frenetisch anfeuerten, die Nerven und gewann das ungemein wichtige Auftaktduell der Super-Schmetterlinge mit Timo Boll in fünf umkämpften Sätzen. Der Europameister gab anschließend einen kurzen Einblick in die Gefühlswelt der beiden Butterflyspieler: "Wir wussten beide, wie wichtig dieses Match für den gesamten weiteren Verlauf ist. Man hat uns auch angemerkt, dass wir am Anfang ein klein wenig nervös waren. Ich habe im ersten Satz die Chance auf die Führung trotz guter Chancen verpasst und den zweiten dann schnell verloren. Drei Sätze hintereinander gegen so einen Topspieler zu gewinnen, ist aber fast unmöglich." Zhang Jike bekannte in der Abschlusspressekonferenz: "Ich war beeindruckt von der tollen Atmosphäre im Finale. So etwas hatte ich noch nie erlebt und es hat mir sehr gefallen. Es hat noch zusätzlich motiviert."

Auch auf den Bronzemedaillenrängen waren die Schmetterlinge ausnahmslos vertreten. Das Butterflyteam Südkorea zog dabei sowohl mit den Damen als auch mit den Herren in das Halbfinale ein. Bei den Männern erwiesen sich für den bei dieser WM unter seinen Möglichkeiten spielenden Defensivkünstler Joo Se Hyuk, Oh Sang Eun, der künftig in Ochsenhausen spielende Ex-Olympiasieger Ryu Seung Min und Kim Min Seok Chinas Asse als zu stark, bei den Damen war Singapur der Stolperstein, der zuvor in einem dramatischen Viertelfinalmatch auch das deutsche Butterflyteam mit Irene Ivancan gestoppt hatte. Die weiteren Dritten waren bei den Herren Japan, das in der Aufstellung Jun Mizutani, Koki Niwa und Seiya Kishikawa mit 1: 3 an Gastgeber Deutschland scheiterte, sowie bei den Damen Hongkong mit Tie Yana und Jiang Huajun, das Weltmeister China immerhin ein Spiel abtrotzte. Für Jugend-Weltmeister Koki Niwa hatte Timo Boll nach dem ersten Duell lobende Worte parat: „Normalerweise schaue ich mir keine Videos an, ihn habe ich mir aber vorher genau angesehen. Er ist ein kleiner Wirbelwind und ein großes Talent. Heute habe ich noch gewonnen, aber er hat noch viel vor sich.“

Insgesamt wurden die Mannschafts-Weltmeisterschaften in Dortmund zum erhofften Erfolg. Mit 149 vertretenen Nationen durfte sich Gastgeber Deutschland über einen Teilnehmerrekord freuen, mehr als 55.000 Besucher an acht Tagen boten eine sehenswerte Kulisse, vor allem an den letzten drei Tagen sorgte die ausverkaufte Westfallenhalle für Gänsehautatmosphäre. Am Rande der Weltmeisterschaften wurde vom Weltverband ITTF bekannt gegeben, dass der neue Plastikball, der das Zelluloid ablösen wird, frühestens ab Juli 2014 eingeführt wird.

see more news


Produkte
Social