3. April 2013

Schmetterlinge an zwei Goldmedaillen beteiligt

World Team Cup 2013

Der World Team Cup 2013, es war das Turnier der Überraschungen! Zwar gewannen die chinesischen Favoriten erwartungsgemäß die Goldmedaillen mit Hilfe der Butterflystars Zhang Jike und Liu Shiwen, aber Bemerkenswertes passierte in so manchem Match der vermeintlich kleinen gegen die etablierten großen Nationen. Wenngleich mit dem Begriff Sensation spärlich umgegangen werden sollte, als solche muss der dritte Platz der Auswahl Ägyptens im Herren-Turnier bezeichnet werden.

Erstmals überhaupt in der Geschichte des Welttischtennissports spielte sich ein Team des afrikanischen Kontinents in die Medaillenränge eines der topbesetzten Prestigeturniere. Dazu waren gleich zwei Husarenritte der Ägypter notwendig. Zunächst in den Gruppenspielen, wo El-Sayed Lashin (Nr. 99 der Weltrangliste), Omar Assar (113) und Ahmed Saleh (170) Singapur mit den Stars Gao Ning und Yang Zi mit 3:2 bezwangen. Anschließend schafften die Außenseiter in der Runde der besten Acht das gleiche Kunststück gegen den WM-Zweiten Deutschland. Das Butterfly-Team war zwar ohne seine Superstars Timo Boll (WM-Trainingsvorbereitung in Deutschland) und Dimitrij Ovtcharov (Pflichtspiel für seinen russischen Verein Orenburg), dafür aber immerhin noch mit dem klar favorisierten Trio Bastian Steger (26), Patrick Baum (32) und Patrick Franziska (45) angetreten.  Nicht nur Ägypten zeigte sich verbessert, auch Brasilien unterstrich seine Entwicklung mit guten Ergebnissen. Der Lateinamerikameister brachte das formschwache Deutschland beim knappen 2:3 an den Rand einer Niederlage und spielte sich mit einem 3:2 über den EM-Zweiten Schweden sogar in das Viertelfinale. Hier stoppte Japan zwar den Siegeszug des Emporkömmlings, doch immerhin verbuchte Cazuo Matsumoto einen Sieg über Weltstar Jun Mizutani.

Das Ausscheiden Deutschlands nutzte Taiwan, um sich mit einem 3:0-Erfolg im Halbfinale über das nun ausgepowerte Ägypten in das Finale zu spielen. Bemerkenswert war auch, dass das Endspiel (3:1) des 256.000.Dollar-Turniers keine glasklare Angelegenheit für Gastgeber China wurde. Dem ehemaligen Jugend-Weltmeister Chen Chien-An gelang sogar mit einer fantastischen Leistung ein Erfolg über Olympiasieger Zhang Jike. Im zweiten Halbfinale hatte China in einem sehenswerten Match zuvor die Mannschaft Japans besiegt.

Im Damen-Turnier waren die Überraschungen wesentlich dezenter, aber auch hier blieben sie nicht ganz aus. Gastgeber China mit Schmetterling Liu Shiwen demonstrierte hier sowohl in der Vor- als auch in der Endrunde eine fast schon erschreckende Dominanz, die im Finale Japan beim 0:3 ohne Satzgewinn zu spüren kam. Dafür hatte Nippon in der Vorschlussrunde beim 3:0 über den ehemaligen Weltmeister Singapur geglänzt, wo Ai Fukuhara mit einem Erfolg über China-Schreck Feng Tianwei die Weichen auf Sieg stellte. Eine gänzlich unerwartete Niederlage hatte allerdings auch die Weltranglisten-Neunte Kasumi Ishikawa zum Turnierauftakt einstecken müssen. Beim 3:1 über Brasilien unterlag sie der erst 17-jährigen Lateinamerikameisterin Caroline Kumahara (176) in fünf Sätzen. Für eine Überraschung sorgte in der Vorrunde die Mannschaft Australiens, die sich erstmals bei einem World Team in das Viertelfinale vorspielte. Leidtragender war hier die Auswahl Polens, die ihre Niederlage gegen "down under" allerdings ohne ihre Spitzenspielerin Li Qian kassierte.

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