1. September 2011

Schmetterling Timo Boll dreht wieder in Deutschland seine Runden

„Meine China-Tournee hat mich einen Schritt weiter gebracht“

Timo Bolls China-Wochen sind seit Mitte August vorüber. Deutschlands Tischtennis-Star Timo Boll hat seinen fast zweimonatigen Aufenthalt im Reich der Mitte mit einem Erfolg und einer Niederlage beendet. Der Sieg war dabei ein Erfolg über Weltmeister und Butterfly-Kollege Zhang Jike. Allerdings kam der Sieg bei einer 1:0-Satzführung von Boll durch die Aufgabe seines Gegners zustande, der wegen einer Verletzung das Match nicht beendete. Bolls Engagment für sein Gastteam Zheshang Bank, in dem Olympiasieger Ma Lin der Spitzenspieler ist, endete mit einer 8:6-Bilanz, die seiner Mannschaft zum Sprung in den Play-Off-Finalspiele verhalf. Im Playoff-Finale gegen Bazhou Hairun im September muss Zheshang Bank allerdings auf die Verstärkung aus Deutschland verzichten. Der Rekord-Europameister spielt dann wieder für seinen deutschen Butterfly-Klub Borussia Düsseldorf in der Bundesliga - ein Doppelstart für zwei Vereinen ist laut Reglement nur während der Bundesliga-Sommerpause möglich.

Nach der Rückkehr nach Deutschland wartete zunächst einmal frische Luft auf Boll, der nach Temperaturen von rund 42 Grad im chinesischen Sommer die 18 Grad frische Luft in Frankfurt als „sehr angenehm“ empfand. 14 Einzel hat er in der China Super League für Zheshang Bank absolviert. Nach einem beachtlichen 6:1-Auftakt in der stärksten Liga der Welt gab es allerdings eine Reihe von Niederlagen. Für Boll nicht weiter schlimm, „denn damit hatte ich auch gerechnet. Aber jedes Spiel und jedes Training mit den Chinesen hat sich gelohnt und mich einen kleinen Schritt nach vorne gebracht."

Nach seiner Rückkehr blieben dem WM-Dritten von Rotterdam nur etwas mehr als zwei Wochen Zeit für die Umstellung, eine kurze Erholungsphase und die Vorbereitung auf die neue Saison, die für Borussia Düsseldorf schon Anfang September in der TTBL und und in der Champions League beginnt. Auf dem Programm standen in Deutschland dabei zunächst einmal keine Einheiten am Tisch, sondern ein mit Herren-Bundestrainer Jörg Roßkopf abgestimmtes Kraft- und Konditionstraining, um die Basis für die lange olympische Saison zu legen. Doch Boll will auch auch Schonung achten: „Eine kleine Auszeit ist nach dem China-Trip schon auch nötig. Mein Körper muss sich etwas erholen, der Kopf wieder frisch werden. Die kommende Saison wird sehr lang. Ich muss aufpassen, dass ich es nicht übertreibe. Ich werde immer wieder Auszeiten nehmen, aber diese Chance hier in China wollte ich mir nicht entgehen lassen.“

Boll zieht ein überaus positives Fazit seines siebenwöchigen Aufenthaltes: „Ich habe insgesamt ganz gespielt und noch viel wichtiger, ich habe vor allem auch sehr gut trainiert. Wenn ich in China bin, habe ich das Gefühl, dass ich mich an das konstant hohe Spielniveau akklimatisiere. Das war mir in diesem Jahr in Hinblick auf Mannschafts-WM und Olympia sehr wichtig.“ Boll gesteht aber auch ein, dass harte Wochen hinter ihm liegen: „Training ist überall hart, auch in Deutschland. Aber hier in China ist die Intensität viel höher, die Einheiten länger. Man trainiert halt ständig auf allerhöchstem Niveau, deshalb ist man extrem gefordert. Aber es hat sich für mich gelohnt.“

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