15. August 2012

Olympisches Gold macht Zhang Jike unsterblich

Butterfly gewinnt bei den Olympischen Spielen in London Gold, Silber und Bronze

Das Olympische Tischtennisturnier 2012 ist beendet. Für die mit Medaillen dekorierten Sportler wird es ebenso unvergessen bleiben wie für den Ausrüster der meisten Athleten, die Firma Tamasu Butterfly. Die weltbekannte Marke mit dem Schmetterling war mit seinen Protagonisten in London auf allen Stufen des olympischen Siegerpodests vertreten und gewann Gold, Silber und Bronze. Von den insgesamt zwölf vergebenen Edelmetallplaketten im Einzel- und im Mannschaftsturnier war Butterfly in Gestalt des chinesischen Superstars Zhang Jike an beiden Goldmedaillen bei den Herren beteiligt und gewann zudem mit dem Team Südkorea (Joo Saehyuk, Oh Sangeun, Ryu Seungmin) Silber. Damit aber nicht genug: Zusätzlich zu zweimal Gold und einmal Silber sicherten Timo Boll und Bastian Steger (zusammen mit Bronzemedaillengewinner Dimitrij Ovtcharov) dem deutschen Butterfly-Team auch noch die Bronzemedaille im Mannschafts-Wettbewerb der Herren.

Krone des Tischtennissports für Chinas Hero Zhang Jike

Nicht unerwartet gingen in London 2012 alle vier Titel an die Favoriten aus China. Im Einzel krönten sich Li Xiaoxiao (Finalerfolg über Ding Ning) und Butterfly-Superstar Zhang Jike mit dem Olympiasieg, dem wichtigsten aller Titel. Zhang Jike gelang sogar das Kunststück, innerhalb von 15 Monaten nacheinander die Einzel-Weltmeisterschaften in Rotterdam (Mai 2011), den World Cup in Paris (November 2011) und nun die Olympischen Spiele im Einzel zu gewinnen - jeweils in Endspielen gegen seinen Landsmann Wang Hao, der - so viel Statistik sei erlaubt - in London sein drittes Olympiafinale in Folge verlor. Tamasu-Star Zhang Jike ist schon jetzt im Alter von 24 Jahren einer der erfolgreichsten Spieler in der Geschichte des Tischtennissports. Zhang Jike: "Mit dem Olympiasieg im Einzel und mit der Mannschaft ist für mich ein Traum in Erfüllung gegangen, für den ich sehr hart gearbeitet habe." Bronze gewann ein deutscher Spieler, der überraschend diesmal nicht Timo Boll hieß. Dimitrij Ovtcharov nutzte die Gunst der Stunde und besiegte nach seiner Vorschlussrundenniederlage gegen den späteren Olympiasieger im kleinen Finale um Bronze mit dem Taiwanesen Chuang-Chih Yuan einen zweiten Tamasu-Vertragsspieler. Zuvor hattte er in einem dramatischen Viertelfinale den Vormarsch des dänischen Ex-Europameisters Michael Maze gestoppt. Nur einmal während des gesamten Einzelturniers geriet Zhang Jike in eine prekäre Situation: Gegen den Weißrussen Vladimir Samsonov machte er im Achtelfinale mit zweimal 11:7 einen 2:3-Satzrückstand wett.

Die sensationelle Rückkehr des tief gefallenen Timo Boll

Ein Einzel verlor jedoch selbst Zhang Jike in London. Nur wenige Tage nach seinem Olympiasieg im Einzel musste der Chinese im Halbfinale des Teamwettbewerbs beim vorweggenommenen Finale gegen Deutschland Timo Boll gratulieren, der in diesem Match nahezu perfektes Tischtennis zeigte. Zu einem Erfolg über China reichte es für Deutschland zwar nicht, aber für den Europameister bedeutete dieser Erfolg die unverhoffte Rückkehr aus dem wohl tiefsten Loch seiner Karriere, in das Boll nur wenige Tage zuvor gefallen war. Als einziger ernsthafter Konkurrent der Chinesen gestartet, galt der WM-Dritte von Rotterdam als erster Anwärter auf mindestens die Bronzemedaille, die seine Karriere abrunden sollte.  Doch der bestens vorbereitete und im Training in Hochform agierende Boll scheiterte an einem für ihn ungewöhnlichen Aussetzer, einer mentalen Blockade im Achtelfinale im Duell der Schmetterlinge gegen den Rumänen Adrian Crisan. Boll, der so gut wie nie europäischen Gegnern unterliegt, gestand anschließend ein: "Ich war so nervös, wie ich es überhaupt nicht von mir kenne. Ich hatte eine regelrechte Blockade. Das ist wohl doch das Besondere an Olympischen Spielen. Das zu akzeptieren ist nicht einfach."

Boll bezwingt den Olympiasieger

Wo manch anderer in Selbstmitleid verfallen wären, stellte sich Timo Boll im anschließenden Mannschaftsturnier zu 100 Prozent in den Dienst der Mannschaft. Beim Achtelfinalsieg über Schweden suchte der frustrierte Hesse zwar noch nach seiner Form und unterlag auch Jörgen Persson, der dafür chancenlos gegen einen formstarken Bastian Steger blieb. Doch schon in der Runde der besten Acht gegen Österreich feierte Deutschlands Nummer eins mit einem klaren Erfolg über Ex-Weltmeister Werner Schlager seine sportliche Wiederauferstehung, die im Halbfinale gegen Titelverteidiger China ihre sensationelle Fortsetzung fand. Denn Boll besiegte im Duell der beiden besten Schmetterlinge der Welt auf eindrucksvolle Art den frischgebackenen Olympiasieger Zhang Jike in vier Sätzen. Bolls Sieg, Ovtcharovs knappe Niederlage gegen Ma Long und die gute Vorstellung des Doppels Boll/Steger ließen Deutschland zwar so heftig wie nie zuvor an Chinas Thron rütteln, doch am Ende stand erneut ein - verdienter - 3:1-Sieg für das Reich der Mitte. Boll: "Wir haben ein paar Bälle ungenutzt gelassen, die dem Spiel eine andere Wende hätten geben können. Aber genau diese Punkte muss man eben machen, sonst heißt der Sieger immer wieder China."

Auch im Bronzemedaillenmatch gegen Hongkong (3:1) übernahm Boll wieder Verantwortung und steuerte zwei Siege über Leung Chu Yan und Jiang Tianyi bei. Gegen Butterfly-Partner Jiang machte er im vierten und letzten Satz einen 4:8-Rückstand wett und verwandelte bei 10:9 seinen ersten Matchball zu Bronze. Anschließend kannte der Jubel im Butterflyteam Deutschland keine Grenzen: "Wir hatten eine schwere Auslosung und sind zu früh auf China getroffen, deshalb ist diese Bronzemedaille für uns mindestens genauso wertvoll wie Silber", sagte Timo Boll, der überglücklich über die Medaille und seine Leistungssteigerung im Turnierverlauf war: "Das Ausscheiden im Einzel hat sehr weh getan. Ich bin aber froh, dass ich diese extreme Situation schneller wegstecken konnte, als ich das selbst gedacht hätte. Ich bin sehr froh, dass ich der Mannschaft helfen konnte, unsere angepeilte Medaille zu gewinnen. Jetzt wird erst einmal richtig gefeiert."

Klare Siege für China

Das Butterflyteam Südkoreas musste im Finale die Überlegenheit Chinas anerkennen und unterlag mit 0:3. Ihre Qualitäten hatten Joo, Ryu und Oh jedoch zuvor ausreichend unter Beweis gestellt, unter anderem beim in zwei von drei Spielen umkämpften 3:0-Halbfinalerfolg über Hongkong sowie beim knappen 3:2 im Viertelfinale über Portugal, als Südkorea bei einem 1:2-Rückstand mentale Stärke bewies. Bei den Damen ging das Finale ähnlich klar aus, da auch Japan den Spielerinnen aus dem Reich der Mitte trotz aller Bemühungen nicht gewachsen war. Platz drei sicherte sich in dieser Konkurrenz Singapur vor Südkorea.

Die Medaillen
(Butterflypartner fettgedruckt)

Herren-Einzel
Gold: Zhang Jike CHN
Silber: Wang Hao CHN
Bronze: Dimitrij Ovtcharov GER


Damen-Einzel
Gold: Li Xiaoxia CHN
Silber: Ding Ning CHN
Bronze: Feng Tianwei SIN

Herren-Mannschaft
Gold: China (Zhang Jike, Wang Hao, Ma Long)
Silber: Südkorea (Joo Saehyuk, Oh Sangeun, Ryu Seungmin)
Bronze: Deutschland (Timo Boll, Bastian Steger, Dimitrij Ovtcharov)

Damen-Mannschaft
Gold: China (Li Xiaoxia, Ding Ning, Guo Yue)
Silber: Japan (Kasumi Ishikawa, Ai Fukuhara, Sayaka Hirano)
Bronze: Singapur (Feng Tianwei, Wang Yuegu, Li Jiawei)

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