31. Mai 2011

Warten aufs „Cappuccino-Finale“

13.05.2011 13:48

Warten aufs „Cappuccino-Finale“

Interview mit dem Sportdirektor des Deutschen Tischtennis-Bundes Dirk Schimmelpfenning

Die Tischtennis-Weltmeisterschaften stehen in Europa unter einer besonderen Beobachtung. Wie fällt ihre bisherige Bilanz in Sachen Organisation und Umfeld aus?

Respekt für die Organisatoren! Das Turnier hat schon sehr gute Voraussetzungen für unseren Sport. Es ist sehr aufwendig und gut organisiert, die Spielhalle, die Trainings- und Aktionshallen, der ganze Komplex ist beeindruckend. Wenn man zukünftig diesen Standard halten kann, würde das unserer Sportart sehr gut tun.

Und die Zwischenbilanz in Sachen Sport?

Es zeigt sich schon jetzt, dass die Chinesen noch immer die Weltelite deutlich anführen. Sie sind bei den Herren mit allen gestarteten Spielern unter den letzten 16, bei den Damen sind sogar sieben von acht Viertelfinalistinnen aus dem Reich der Mitte. Deutlicher kann eine Dominanz nicht sein. Trotzdem sind wir nicht unzufrieden. Unser Ziel mit einer Einzelmedaille nach Hause zu fahren, ist immer noch realistisch. Wir wollten auch mit voller Quote (2 Herren, 2 Damen) die Olympiaqualifikation schaffen, das ist uns gelungen. Die Hälfte ist also erfüllt, jetzt hoffen wir, dass sich die andere Hälfte der Ziele auch noch erfüllt.

Die Medaille ist noch drin und jetzt kommt es ausgerechnet zu einer rein deutschen Begegunung.

Ich bin sehr gespannt auf die heutige Begegnung. Das ist ein Achtelfinale um die Weltmeisterschaft und beide Spieler sind in der Lage auch die nächste mögliche Partie (gegen den Sieger aus Samsonov – Chen Chi) für sich zu entscheiden.

Wie bereitet man denn die Spieler auf eine solch ungewöhnliche Situation vor? Muss sich der Bundestrainer Rosskopf für einen entscheiden?

Nein, Rosi wird sicher beide nicht getrennt voneinander auf das Achtelfinale vorbereiten. Beide werden mit Partnern aus der Mannschaft trainieren. Timo Boll wird sich mit Bastian Steger einspielen, weil er heute gegen einen Rechtshänder ran muss, und Dimitrij Ovtcharov wird sich mit Linkshänder Patrick Baum einspielen. Das ist eine WM und kein Spiel Deutschland gegen Deutschland mit einer Stallregie.

Welche Stärken siehst Du bei den beiden, die sie heute einsetzen werden?

Timo ist ein sehr kompletter Spieler, mit einem guten Aufschlag und beidseitig (Vor- und Rückhand) gleich stark, aktiv- und passivtechnisch gesehen. Dimitrij hat sich technisch enorm weiterentwickelt, ist ein Spieler, der sich stark auf ein Spiel intensiv und taktisch fokussieren kann. Beide werden heute Abend sicher in der Lage sein, ihre technischen Möglichkeiten taktisch umzusetzen. Ich bin wirklich gespannt, mit welcher Strategie die beiden ins Spiel gehen werden. wir sprechen hier unter uns von einem „Cappuccino-Spiel“, einer kommt ja sicher weiter, aber darum geht es heute Abend nicht.

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