31. Mai 2011

Stimmen zum Halbfinale

15.05.2011 16:15

Stimmen zum Halbfinale

Das Duell der Butterfly-Stars geht an Zhang Jike

Jörg Rosskopf, Bundestrainer der Herren:

Zu Timo:



Timo ist gut gestartet. Dann hat Zhang Jike sein druckvolles Spiel aufgebaut. Im letzten Satz hatte Timo dann nach 6:9-Rückstand mit 9:9 noch mal die Chance anzuschließen. Zhang hatte drei relativ einfache Feghler gemacht. Vielleicht hat er da noch mal kurz drüber nachgedacht in Europa gewinnen zu müssen. Aber im Endeffekt spielte er druckvoller und mit sehr hohem Tempo. Da war es für Timo schwer immer im richtigen Moment rumzukommen. Aber Timo hat gut gespielt, ein gutes Turnier gemacht. Da kann man drauf aufbauen. Seine Medaille hat er. Das war sein großes Ziel hier. Es freut mich für ihn.

Zu Zhang Jike:

Wang Hao war gegen Ma Long der totale Underdog und hat das Spiel trotzdem für sich entschieden. Das Spiel dürfte ihm enormen Auftrieb geben und von der mentalen Seite scheint er bärenstark. Für Zhang wird’s schwer, obwohl er in Topform ist.

Dirk Schimmelpfennig, Sportdirektor des DTTB:

Zu Timo:

Zhang Jike war der erwartet schwere Gegner. Timo ist sehr gut ins Spiel gekommen. Zhang Jike schien noch nicht ganz da. Dann entwiuckelte sich ein Spiel auf sehr, sehr hohem Niveau. Zhang Jike spielte ab dem 2. Satz auf einem konstant hohen Niveau, das Timo nicht ganz mithalten konnte. Das liegt sicher auch daran, dass er zu selten gegen dieses Nivau spielt. Sicher hatte Timo im 5. Satz beim 6-9 – 9:9 eine Chance, aber Zhang ließ sich das Heft nicht mehr aus der Hand nehmen. Bei Timos Niederlage muss man berücksichtigen, dass der Chinese wirklich fantastisch gespielt hat und auf alles was Timo ausprobierte, immer wieder eine noch bessere Antwort hatte. Da waren zwei, drei Ballwechsel dabei, die ich bei diesem Turnier auf diesem Niveau noch nicht gesehen habe. Zhank Jike hat verdient gewonnen und Timo hat für Deutschland seit 42 Jahren wieder eine WM-Medaille im Herren-Einzel gewonnen. Das ist sehr gut fürs deutsche Tischtennis. Wir müssen uns jetzt ganz auf London 2012 konzentrieren und die Lehren aus diesem Turnier ziehen.

Zu Zhang: Das Endspiel zwischen Zhang Jike und Wang Hao ist sicher offen, aber es würde mich nicht überraschen, wenn Zhang Jike der neue Weltmeister wird.


Eberhard Schöler, Vizeweltmeister im Herren-Einzel 1969 in München:
Ich empfinde ein Gefühl der Genugtuung, denn Timo hat es einfach verdient. Bei allen Siegen, die er bei anderen Wettbewerben errungen hat, hat bei den vergangenen Weltmeisterschaften immer etwas gefehlt. Aber hier hat er bewiesen, dass er dazu gehört. Wenn er tatsächlich noch den 5. Satz für sich entschieden hätte, dann hätte ich mir gerne mal den 6. Satz angeschaut. Das wär mit Sicherheit noch sehr interessant geworden.


Timo Boll:
Ich werde versuchen, die Lücke zu den Topchinesen bis zur kommenden Olympiade in London 2012 zu schließen. Ich werde im Sommer in der chinesischen Superliga spielen, um noch mehr gegen das chinesische Topniveau zu spielen und mich darauf einstellen zu können. Danach heißt es einfach weiterzuarbeiten und Schwächen auszumerzen, die sich gerade gegen die Chinesen bemerkbar machen. Man muss gegen die Chinesen schon einen verdammt guten Tag erwischen. Es reicht nicht, gegen sie am Limit zu spielen, man muss schon über dem Limit spielen. Das war heute gegen Zhang zu sehen. Er hatte immer eine noch besere Antwort parat. Vor diesem hohen Niveau der Chinesen habe ich großen Respekt und bewundere es. Aber ich weiß, dass ich noch besser gegen sie spielen kann wenn ich weiter hart daran arbeite.

Sobald du gegen die Chinesen einen Tick zu langsam oder mit zu wenig Rotation spielst, gibt es gleich eine mächtige Antwort.

Natürlich war ich vor dem Spiel hungrig und wollte es gewinnen, aber ich bin mit dem 3. Platz auch sehr zufrieden. Ein gewisser Druck ist nach dem Einzug ins Halbfinale von mir abgefallen, aber dennoch war ich heute vor dem Spiel sehr giftig und bin auch sehr gut im 1. Satz gestartet. Im Endeffekt wird nach der ersten Enttäuschung in ein paar Stunden meine Freude über die Bronzemedaille überwiegen.

Richard Prause, Cheftrainer der Werner Schlager Academy in Wien-Schwechat:

Phasenweise war das Tischtennis auf einem sensationell dynamischen Niveau. Die 80er Jahre waren Topspin, die 90er Topspin auf Topspin, und das hier war Topspin auf Topspin und dann noch zwei hinten drauf mit einem unglaublichen Tempo. Hut aber vo diesen Leistungen. Zhang war nach dem verlorenen ersten Satz der dominierende Spieler. Bei 6:9 – 9:9 im 5. Satz hat sich Timo wieder sehr gut zurück gekämpft, aber Zhang hat dann sofort das Risiko genommen und gewonnen. Timo sollte sich jetzt erstmal über seine Bronzemedaille freuen. Danach gilt es dann wieder neu anzugreifen.

Zu Zhang Jike:

Ich habe großem Respekt vor seiner Leistung, aber im Finale sehe ich Wang Hao vorne, weil er der amtierende Wekltmeister ist und noch abgeklärter spielt.

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