31. Mai 2011

Sieben Chinesinnen im Viertelfinale, Edelmetall für Schmetterlinge im Doppel

13.05.2011 12:32

Sieben Chinesinnen im Viertelfinale, Edelmetall für Schmetterlinge im Doppel

Vier Tage vor Ende der WM in Rotterdam stehen im Herren-Einzel vier Viertel- und acht Achtelfinalisten fest.

Bei den Damen hingegen ist die Runde der besten Acht bereits komplett. Hier sind sämtliche sieben in Holland gestarteten Chinesen vertreten, allein Mannschafts-Weltmeisterin Feng Tianwei (Singapur) bleibt als letzte Repräsentantin für den Rest der Welt noch die Hoffnung auf eine Medaille. Die Topgesetzten bei Damen und Herren gaben sich in Rotterdam bislang keine Blößen und sind allesamt noch im Turnier vertreten. In den Doppel-Wettbewerben hat Butterfly bereits fünfmal Edelmetall sicher.
Auch in Runde drei kamen die Widersacher Timo Bolls nicht über die Rolle eines Statisten hinaus. Diesmal war es Robert Svensson aus Schweden, der Deutschlands Super-Schmetterling klar in vier Sätzen unterlag. Der nun am Freitag bevorstehende Weg in das Viertelfinale wird allerdings steiniger, denn Europameister Boll trifft auf seinen Nationalmannschaftskollegen Dimitrij Ovtcharov. Nicht nur, dass sich die beiden aus unzählbaren gemeinsamen Trainingseinheiten wie aus dem Effeff kennen. Auch Ovtcharov präsentiert sich bislang in Rotterdam in exzellenter Form und beherrschte seine Kontrahenten, so beispielsweise am Donnerstag den Japans Tamasu-Partner Seiya Kishikawa. Mit seiner Leistung war Boll nicht unzufrieden: „Es sind keine guten Ballwechsel zustande gekommen, da Svensson sehr aggressiv spielt. Aber ich habe die wichtigen Punkte gemacht und das Spiel kontrolliert.“ Dem Duell mit seinem Teamkollegen Ovtcharov gewinnt Boll zumindest einen positiven Aspekt ab: „Damit haben wir auf jeden Fall einen Deutschen im Viertelfinale.“
Während Boll die Begegnung am Freitag noch bevorsteht, hat sein japanischer Butterflykollege Jun Mizutani bereits erstmals bei einer Weltmeisterschaft das Viertelfinale erreicht. Den Schritt in Medaillennähe vollzog der filigrane Linkshänder durch einen Erfolg über Adrien Mattenet, der in Holland bewies, warum er Frankreichs Hoffnungen auf die Individual-WM in Paris 2013 auf seinen Schultern trägt. Außer Mattenet, der 1:4 unterlag, kam für drei weitere Schmetterlinge im Achtelfinale das Aus: Ryu Seung Ming (Südkorea) zwang in einer spannenden Neuauflage des olympischen Endspiels von 2004 Titelverteidiger Wang Hao (China) über sieben Sätze, dafür allerdings standen Oh Sang Eun (Südkorea) gegen Ma Long und der Deutsche Meister Bastian Steger gegen Ma Long und Ma Lin vor einer unüberwindbaren chinesischen Mauer und blieben ohne Satzgewinn.
In den fehlenden vier Achtelfinalbegegnungen haben am Freitag noch drei Butterflyvertreter die Chance, sich für die Entscheidungen um die Medaillenvergabe zu qualifizieren. Außer Timo Boll sind dies Chinas Star Zhang Jike und Südkoreas Defensivkünstler Oh Sang Eun, die allerdings im direkten Duell aufeinandertreffen.
In der Gesamtbetrachtung des Einzelwettbewerbs erhebt sich China bislang erneut zum Maß aller Dinge. Im Herren-Einzel ist das Reich der Mitte mit drei Akteuren bereits im Viertelfinale vertreten, im Achtelfinale warten weitere vier auf ihre Chance.
Noch extremer ist allerdings die Situation bei den Damen. Die Auslosung hat es der besten Tischtennis-Nation der Welt ermöglicht, ein Jahr nach der für sie schmachvollen Niederlage im Finale der Mannschafts-WM gegen Singapur ein bislang eindrucksvolles Exempel der Macht zu statuieren. Auch ohne den nicht mehr aktiven Schmetterling Zhang Yining, dafür aber mit Liu Shiwen, erreichte China mit sämtlichen sieben Starterinnen das Viertelfinale. Zur kompletten Wiedergutmachung fehlt für Damen-Cheftrainer Shi Zhihao nun nur noch, dass Ding Ning im Viertelfinale den letzten „Eindringling“ Feng Tianwei (Singapur) ausschaltet. Im Achtelfinale hatte am Donnerstag mit Europameisterin Viktoria Pavlovich (Weißrussland), Shen Yanfei (Spanien) sowie den Hongkong-Chinesinnen Jiang Huajun und Tie Yana vier Butterfly-Spielerinnen das Aus ereilt.
Fünfmal Edelmetall hat Butterfly übrigens bereits sicher. Im Herren-Doppel, das ebenfalls von China mit drei Halbfinalisten dominiert wird, sicherten sich der Südkoreaner Jung Young Sik (zusammen mit Kim Min Seok) sowie Zhang Jike (mit Wang Hao) ihren Anteil an der Medaille. Im Mixed-Wettbewerb, in dem chinesische Kombinationen das Finale bestreiten lautet die Ausbeute zweimal Bronze. Hier hatten Cheung Yuk/Jiang Huajun sowie Seiya Kishikawa (mit Ai Fukuhara) die Vorschlussrunde erreicht.
Ein fünftes Edelmetall wird im Damen-Doppel hinzukommen, da sich im Viertelfinale mit Jiang Huajun/Tie Yana und der Japanerin Hiroko Fujii (mit Misako Wakamiya) Schmetterlinge im direkten Duell gegenüberstehen. Hoffnungen hegt auch noch die Singapur-Chinesin Sun Beibei (mit Li Jiawei), allerdings besitzt das Duo gegen die favorisierten Chinesinnen Ding Ning/Guo Yan nur Außenseiterchancen.

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