31. Mai 2011

Ich denke von Runde zu Runde

11.05.2011 19:15

Ich denke von Runde zu Runde

Interview mit Timo Boll



Heute um 17.15 erreichte Butterfly-Star Timo Boll die 3. Runde. Der Weltranglistenzweite bezwang Yang Zi aus Singapur, Nummer 43 der Welt, klar mit 4:0 Sätzen (7,8,3,5), nachdem er gestern den jungen Japaner Kenji Matsudaira mit 4:1 ausgeschaltet hatte. Nun trifft Deutschlands Nummer 1 auf den Schweden Robert Svensson, den er gut kennt.

Timo, wie hast du das heutige Spiel erlebt?

Ich habe gut angefangen und dann die ersten beiden Sätze konstant durchgespielt. Der dritte und vierte Satz waren dann doch recht deutlich. Insgesamt habe ich mich gut gefühlt. Und es kamen auch gute Ballwechsel zustande. Aber solch ein Spiel musst du erst mal gewinnen. Auf jeden Fall kann’s so weitergehen. Dagegen war das gestrige Spiel wesentlich zerfahrener, weil Matsudaira ein unglaublich hohes Risiko spielte. Da musst du dich erst mal drauf einstellen. Aber auch das Spiel eigentlich nie gefährdet.

Dein nächster Gegner heißt Robert Svensson, Nummer 82 der Weltrangliste. Du kennst ihn sicher. Wie gehst du morgen in das Spiel, das dich im Siegfalle ins Achtelfinale bringt?

Ja, ich kenne ihn gut, ich habe schon mehrfach gegen ihn gespielt. Er ist schon stark und hat einige gute Spieler geschlagen. Ein Spieler, den man leicht unterschätzt. Er kann sehr unangenehm spielen. Aber ich muss das Spiel machen. Volle Pulle, dann wird’s klappen. Ich darf mich auf der heutigen Leitung nicht ausruhen. Morgen muss ich wieder hundertprozentig da sein.

Welche Stärken siehst du bei ihm?

Gute Aufschläge und ein aggressives Spinspiel. Ich muss angreifen, sodass er sich nicht entfalten kann.

Du bestreitest ein Match am Tag. Außer am letzten Tag, wenn du so weit kommst. Da müsstest du Halbfinale und Finale spielen. Wie gefällt dir dieser Tagesrhythmus?

Der tägliche Rhythmus ist ganz gut. Da kann ich mich voll auf das Spiel konzentrieren. Ich bin Profi genug, um in dem einen Spiel auch wirklich da zu sein.

Möglicherweise triffst du in der vierten Runde auf deinen Mannschaftskameraden Dimitrij Ovtcharov. Schon darüber nachgedacht?

Nein, überhaupt nicht. Wir haben beide morgen ein schweres Spiel und müssen erstmal weiterkommen.

Wie sind die Spielbedingungen im Centre Court?

Gut, ich komme jedenfalls gut zurecht und kann mich nicht beklagen. Insgesamt ist die Organisation sehr gut hier. Jetzt liegt es an uns Spielern gute Leistungen für die Zuschauer zu zeigen. An den Spielbedingungen liegt es jedenfalls nicht.

Wie hast du dich heute auf das Spiel vorbereitet?

Ich bin etwas verspätet um halb zwei in die Halle gekommen, habe dann insgesamt drei Trainingseinheiten à 30 bis 40 Minuten absolviert.

Du bist schon mal bei einer WM in der zweiten Runde ausgeschieden. Es war glaube ich in Paris 2003. Ist das Bestehen der zweiten Runde für dich eine besondere Hürde?

Will ich nicht sagen, aber du erinnerst dich daran eher als an manch großen Erfolg. Eine WM ist halt eine WM.

Haben die Chinesen irgendetwas Neues zu bieten, eine Aufschlagvariante oder Ähnliches?

Wenn ich das richtig sehe, nicht. Es ist auch schwierig, auf dem Topniveau mit einer Neuigkeit zu überraschen.

Hier sind einige Ü40-Spieler, wirst du auch noch mit 40 spielen?

Wenn es mir Spaß macht, warum nicht? Aber im Ernst: Gedanken habe ich mir darüber noch nicht gemacht. In jedem Falle habe ich großen Respekt vor dieser Spielergeneration. Einige trainieren auch in Düsseldorf und die stehen mir ehrlich gesagt vom Einsatz her nicht nach.

Hast schon mal an eine Medaille gedacht?

Nein, überhaupt nicht. Ich denke von Spiel zu Spiel. Morgen steht das Spiel gegen Robert Svensson an und das ist schwer genug.

Vielen Dank, Timo, und viel Glück für morgen.

see more news


Produkte
Social