31. Mai 2011

Deutsche Meisterschaften in Bamberg (2)

07.03.2011 11:39

Deutsche Meisterschaften in Bamberg

Bastian Steger erfüllt sich sportlichen Traum

Höher hinaus ist dieser Schmetterling noch nie geflogen. Denn bei den 79. nationalen Titelkämpfen erfüllte sich Bastian Steger mit dem Finalerfolg über Dimitrij Ovtcharov einen sportlichen Traum und reihte sich als Deutscher Meister im Herren-Einzel hinter Tischtennisidolen wie Timo Boll, Jörg Roßkopf und Eberhard Schöler ein. Insgesamt gingen in Bamberg drei der vier Titel an Butterflyathleten: Im Doppel holte sich Steger an der Seite seines Freundes Lars Hielscher seine zweite Goldmedaille und verdrängte Jung-Schmetterling Patrick Franziska (mit Philipp Floritz) auf den zweiten Rang, im Damen-Doppel siegte Abwehrass Irene Ivancan (mit Han Ying), die zudem im Einzel Bronze gewann und nur Ex-Europameisterin Wu Jiaduo unterlag.

Doch die größte Aufmerksamkeit gebührte am finalen Sonntag in der Bamberger Stechert Arena naturgemäß dem neuen Deutschen Meister. In Abwesenheit des Weltranglisten-Ersten Timo Boll vom Butterfly-Klub Borussia Düsseldorf, der sich nach seinem Einsatz beim Euro-Asia-Vergleich am Mittwoch in Peking und dem vorausgegangenen Start bei den German Open in Dortmund kurzfristig gegen eine Dreifachbelastung innerhalb von acht Tagen entschied, gab es wohl niemanden unter den verbliebenen Nationalspielern, dem Zuschauer und Kollegen den Gewinn des Einzeltitels mehr gegönnt hätten als Bastian Steger.

Den in Viechtach im Bayerischen Wald geborenen Saarbrücker mit Wohnsitz in Düsseldorf zog die Schwerkraft seiner Emotionen nach dem verwandelten Matchball zunächst zu Boden, bevor er von einer Last befreit auf der Zuschauertribüne seine Mutter umarmte. Seine Rührung über den eigenen Erfolg gestand der sympathische Steger in der anschließenden Pressekonferenz freimütig ein. „Ich kann es noch gar nicht glauben. Um das zu realisieren, brauche ich sicher noch ein paar Tage. Ganz besonders schön ist der Titel, da er mir zuhause in Bayern gelungen ist.“ Eine Überraschung ist der Sieg des derzeit an Position 22 in der Welt geführten Rechtshänders allerdings nicht. Mit seinen Nationalmannschaftskollegen Ovtcharov, Christian Süß und Patrick Baum bildete Steger nach der Absage Bolls in Bamberg den Kreis der engsten Favoriten. Für den neuen Titelträger waren im Finale 2011 aller guten Dringe drei, nachdem Steger zuvor zweimal in DM-Endspielen (2002 und 2005) gegen Timo Boll verloren hatte.

Überhaupt ist die Saison 2010/2011 für Steger die erfolgreichste seiner Karriere, zumindest als Solist. Zwar blieb dem dreimaligen Europameister mit der Mannschaft zum Saisonauftakt wegen einer hartnäckigen Rippenprellung das vierte EM-Gold in Folge versagt, doch zum Jahresausklang spielte sich Steger noch mit herausragenden Leistungen in das Pro Tour Grand Final und dort in Seoul bis in das Endspiel gegen seinen Schmetterlingskollegen Jun Mizutani. Im Februar folgte der Sprung in das Viertelfinale des Europe Top 12, am Sonntag gelang ihm nun der erste Einzeltitel bei Deutschen Meisterschaften. Auf dem Weg dorthin bezwang Steger unter anderem den Düsseldorfer Titelverteidiger Christian Süß. Steger war nach dem Erfolg überglücklich: „Es war schon immer mein Traum, einmal Deutscher Meister zu werden. Und jetzt habe ich es geschafft. Wahnsinn!“

Seinem nächsten Traum, dem Start bei den Weltmeisterschaften in Rotterdam (8.-15. Mai) ordnet Steger sogar die Meisterschaftsfeier unter. „Ein bis zwei Weizenbier werden es zwar heute vielleicht noch werden, aber dann ist auch Schluss. Eine große Feier ist nicht drin, denn direkt am nächsten Tag beginnt in Frankfurt schon einer der WM-Vorbereitungslehrgänge.“

Die Ergebnisse der Endspiele mit Butterfly-Beteiligung

Herren-Einzel
Finale
Bastian Steger
- Dimitrij Ovtcharov 4:3 (-8,12,-6,10,-6,10,8)

Herren-Doppel
Finale
Bastian Steger/Lars Hielscher - Patrick Franziska
/Philipp Floritz 4:3 (-2,3,-8,6,7,-9,10)

Damen-Doppel
Finale
Irene Ivancan
/Han Ying - Zhenqi Barthel/Kristin Silbereisen 4:3 (-5,-9,8,3,6,-7,6)

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