31. Mai 2011

„Ein kleines Loch in einer großen Mauer“

16.05.2011 08:56

„Ein kleines Loch in einer großen Mauer“

Marios Amizic – Fokus WM 2011 – Tag 8

„Ich kann nur noch einmal wiederholen, dass ich sehr froh bin, dass Timo Boll einen Stein aus der chinesischen Mauer gebrochen. Das ist eine wichtige Erkenntnis für den Rest der Welt. Allerdings sollten die anderen Nationen jetzt auch keine Augenwischerei betreiben. China ist immer noch allen anderen einen Riesenschritt voraus, und Timos feiner Erfolg ist ein sehr kleines Loch in einer sehr großen Mauer.

Ich habe leider in all den WM-Tagen keine neuen Talente oder Tendenzen entdecken können, die künftig die Machtverhältnisse im Welttischtennis ändern. Jun Mizutani wird weiter seinen Weg gehen, zusammen mit Timo der ernsthafteste Widersacher der Chinesen zu sein. Für ihn hat es immerhin zum Viertelfinaleinzug gereicht, das war ein weiterer Schritt in die richtige Richtung. Vor allem Europa wird es künftig schwer haben, mit Asiens Assen mitzuhalten, denn hier gibt es derzeit kein großes Potential, um eine breite Spielergilde in den Bereich der Weltspitze zu bringen. Ausnahme ist allen voran Deutschland, und Frankreich hat zumindest mit Adrien Mattenet einen kleinen Hoffnungsträger für seine WM 2013.

Meines Erachtens wird sich die Überlegenheit Chinas bei Weltmeisterschaften erst dann ändern, wenn es nicht mehr mit sieben Spielern antreten darf. Außerdem müssen die Weltmeisterschaften dahin kommen, professioneller zu werden. Titelkämpfe mit 700 oder 800 Sportlern sind einfach nicht mehr zeitgemäß, es muss ein Stelldichein der Besten werden, vielleicht mit kontinentalen Vorausscheidungen, ähnlich wie bei Olympischen Spielen. In London 2012 geht dann China ja glücklicherweise nur mit zwei Spielern im Einzel an den Start. Hier hat Europa dann eine bessere Chance sich in den Mittelpunkt zu spielen, als bei dieser WM.“

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