6. Februar 2012

Medaille nur für Dauerbrenner Viktoria Pavlovich

Zehn Schmetterlinge gingen in Lyon an den Start, doch nureiner von ihnen kehrte mit einer Medaille vom Europe Top 12 aus Frankreich zurück. Defensivkünstlerin Viktoria Pavlovich bewies einmal mehr, dass sie zu den konstantesten Spielerinnen Europas gehört. Nach Silber beim kontinentalen Ranglistenturnier im Jahr 2011 in Charleroi und dem Europameistertitel vor zwei Jahren in Ostrava begann das olympische Jahr 2012 für die Weißrussin diesmal mit einer Bronzemedaille. Eine Niederlage kassierte die beherzte Kämpfernatur nur gegen die spätere Siegerin Wu Jiaduo, die sieben Wochen vor Beginn der Weltmeisterschaften in Dortmund zusammen mit Herren-Gewinner Dimitrij Ovtcharov zwei vielversprechende Titel für den WM-Gastgeber Deutschland holte. Pavlovich zu Recht mit ihrer Leistung zufrieden: "Ich habe ein gutes Turnier gespielt. Die Niederlage im Halbfinale muss ich akzeptieren. Meine Gegnerin war diesmal besser."

Viermal Aus im Viertelfinale

In Abwesenheit des fünfmaligen Europe-Top-12-Gewinners Timo Boll (Deutschland) und des Supercup-Gewinners Michael Maze (Dänemark), die einer konzentrierten Vorbereitung auf die Weltmeisterschaften in Dortmund den Vorrang gaben, vermochte keiner der zehn Butterflypartner in die Fußstapfen der beiden Superstars zu treten. Außer Pavlovich, die in dieser Runde gegen Polens Spitzenspielerin Li Qian erfolgreich blieb, schafften jedoch zumindest drei Herren und eine weitere Dame den Sprung in das Viertelfinale. Frankreichs Musketier Adrien Mattenet verpasste bei seinem Debüt trotz des Heimvorteils seinen ersten Sprung auf das Treppchen der kontinentalen Topturniere und begrub seine Medaillenhoffnungen erst gegen Europas besten Abwehrspieler, den Österreicher Chen Weixing. Mattenet meinte anschließend: "Ich hatte meine Chancen. Vielleicht hat mich die Unterbrechung im vierten Satz gegen Chen etwas aus dem Rhythmus gebracht, denn zu diesem Zeitpunkt war ich nahe am Satzausgleich." Ein Stromausfall hatte beim Stand von 9:10 die Aufholjagd Mattenets für eine halbe Stunde unterbrochen. Der Sieger von 2005, Alexey Smirnov, musste sich in einem russischen Duell dem Überraschungsfinalisten Skirill Skachkov beugen, der anschließend auch Vladimir Samsonov (Weißrussland) bezwang. Adrian Crisan hatte das Pech, auf den in Lyon überragenden Ovtcharov zu treffen.

Der Sprung unter die besten Acht gelang auch Irene Ivancan. Zwar kassierte die Berlinerin dort im Abwehrduell mit der Niederländerin Li Jie eine 2:4-Niederlage, doch durfte die EM-Zweite mit ihrem Europe-Top-12-Debüt aufgrund ihrer starken Vorstellung im Auftakteinzel hochzufrieden sein. In einer Neuauflage des Europameisterschafts-Endspiels gelang Ivancan trotz eines 0:2-Rückstandes ein überaus bemerkenswerter Sieg über Hollands Europameisterin Li Jiao. Die Viertelfinalniederlage im Duell der Abwehrspielerinnen gegen Li Jie wurmte den Schmetterling allerdings anschließend ein wenig. "In dem Match hatte ich mir mehr ausgerechnet. Ich hatte sie bereits einmal bezwungen, außerdem liegt sie mir, denn ich spiele eigentlich gut gegen defensive Systeme. Aber insgesamt kann ich zufrieden sein. Ein Sieg gegen Li Jiao, gegen die große Li Jiao, das ist doch schon etwas. Immerhin bin ich nach meiner Handgelenksverletzung ja auch erst seit zwei Wochen wieder im Training."

Die Teilnehmer
(fett gedruckt das Abschneiden der Butterfly-Partner)

Herren
1. Dimitrij Ovtcharov, Deutschland
2. Kirill Skachkov, Russland
3./4. Chen Weixing, Österreich
3./4. Vladimir Samsonov, Weißrussland
5.-8. Bojan Tokic, Slowenien
5.-8. Adrien Mattenet, Frankreich
5.-8. Adrian Crisan, Rumänien
5.-8. Alexey Smirnov, Russland
9.-12. Werner Schlager, Österreich
9.-12. Bastian Steger, Deutschland
9.-12. Robert Gardos, Österreich
9.-12. Marcos Freitas, Portugal

Damen
1. Wu Jiaduo, Deutschland
2. Li Jie, Niederlande
3./4. Viktoria Pavlovich, Weißrussland
3./4. Ni Xialian, Luxemburg
5.-8. Irene Ivancan, Deutschland
5.-8. Li Qian, Polen
5.-8. Elizabeta Samara, Rumänien
5.-8. Georgina Pota, Ungarn
9.-12. Daniela Dodean, Rumänien
9.-12. Shen Yanfei, Spanien
9.-12. Li Jiao, Niederlande

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