19. September 2011

All Africa Games Der König ist tot, lang lebe der König

Der Sieg des 20 Jahre alten Omar Assar kündigte eine neue Ära für den Tischtennissport in Afrika an. Bei dem Gewinn der Goldmedaille, im Herren-Einzel am Dienstag, den 13. September 2011 bei den All Africa Games in Maputo, Hauptstadt von Mosambik, gewann die Jugend gegen die Erfahrung die Oberhand.
Assar beendete das Turnier als einzig ungeschlagener Spieler in der Einzel-Konkurrenz. Im Herren-Mannschaftswettbewerb gewann er gemeinsam mit El-Sayed Lashin und Ahmed Ali Saleh die Goldmedaille und bezwang in der Schlussphase des Herren-Einzel-Wettbewerbs beide Landsmänner und sicherte sich so den ersehnten Titel.
Darüber hinaus beendete er die 16 Jahre lange Dominanz von Nigerias Segun Toriola als Meister im Einzelwettbewerb bei den All Africa Games. Der Nigerianer gewann den Titel in Harare erstmalig in 1995, dann gelang ihm das Kunststück den Titel vier Jahre später in Johannesburg, 2003 in Abuja sowie 2007 in Algerien zu verteidigen.

Ticket nach Olympia gesichert
In Maputo musste sich Segun Toriola nach hartem Kampf geschlagen geben. In einem spannungsgeladenen, sieben-Satz-Krimi, wurde er im Viertelfinale durch Omar Assar knapp besiegt. Es war die einzige Niederlage, die Segun Toriola im Herren-Einzel erlitt.
Bei der Schlussfeier am 18. September 2011, seinem 37. Geburtstag, hatte er allerdings einen Grund zum Feiern. Er sicherte sich den fünften Platz im Herren-Einzel und qualifizierte sich damit, die Genehmigung des Nationalen Olympischen Komitees vorausgesetzt, erneut für die Olympischen Spiele.
Toriola gab sein Debüt bei dem alle vier Jahre stattfindenden Spektakel 1992 in Barcelona. Die Olympischen Spiele 2012 in London werden seine 6. Teilnahme in Folge sein.
Auf der anderen Seite Omar Assar, für den Maputo die erste Teilnahme bei den All African Games war. London wird für ihn sein erstes Abenteuer bei den Olympischen Spielen sein. Er folgt damit seinem großen Vorbild Segun Toriola. Der Nigerianer gewann seinen ersten Titel im Herren-Einzel bei den All Africa Games im Alter von 20 Jahren, genauso wie Omar Assar.

Das gleiche Szenario
Wie bei den Herren, gab es für Ägypten und Afrika auch in den Damen-Wettkämpfen einen Neuanfang.
Omar Assar profitierte dabei beträchtlich von dem ITTF Global Junior Programm, ein Konzept, dass von Anfang an von Butterfly unterstützt wurde. Die 18 Jahre alte Nadeen El-Dawlatly und die 17 Jahre alte Dina Meshref konnten hierdurch ebenfalls intensiv gefördert werden.
Im Damen-Mannschaftswettbewerb war es Dina Meshref, die die Hauptrolle übernahm. Im entscheidenden Duell gegen Nigeria bezwang die Teenagerin aus Kairo sowohl Offiong Edem als auch Olufunke Oshonaike und führte so Ägypten auf das oberste Treppchen des Siegerpodests.
Fünf Tage später stahl Nadeen El-Dawlatly allen die Schau. In der dritten Runde des Damen-Einzel-Wettbewerbs gelang ihr die vermeintlich größte Überraschung des ganzen Turniers. Sie bezwang Sarah Hanffou aus Kamerun, eine Spielerin, die ihr Handwerk in Frankreich gelernt hatte und im November 2010 die Damen-Einzel-Konkurrenz in ihrer Heimat, in Kamerun, bei den ITTF African Meisterschaften gewonnen hatte.
Nadeen El-Dawlatly setzte ihre Siegesserie fort und bezwang Cecilia Akpan, ehemalig Cecilia Offiong, und sicherte sich so einen Platz im Halbfinale, wo dann allerdings Olufunke Oshonaike all ihre Hoffnungen beendete.
Am Ende landete Nadeen El-Dawlatly auf dem vierten Platz. Sie musste sich Han Xing aus dem Kongo Brazzaville im Spiel um Platz drei geschlagen geben. Trotz der Niederlage war sie mehr als glücklich, denn sie hatte noch einen weiteren Grund sich zu freuen. Es gelang ihr nämlich beim ersten Versuch sich für die Olympischen Spiele in London zu qualifizieren.
Auch für ihre Kollegin Dina Meshref, die im Viertelfinale im Damen-Einzel eine Niederlage gegen die spätere Siegerin Offiong Edem aus Nigeria erlitt, gab es einen Grund zu feiern. Sie landete auf dem fünften Platz und wird Nadeen El-Dawlatly damit nächstes Jahr nach London begleiten.

Offiong Edem
Omar Assar, Nadeen El-Dawlatly and Dina Meshref stahlen durch ihre Erfolge den anderen Spielern die Schau. In einem Turnier, wo üblicherweise die Schwergewichte aus Ägypten und Nigeria die Oberhand haben, traten die Leistungen der anderen Spieler in den Hintergrund.
Alle möglichen sieben Goldmedaillen gingen an Ägypten und Nigeria. Zudem beendeten beide Länder das Turnier mit einer Vielzahl von Spielern, die sich für die Olympischen Spiele in London qualifizierten.
Zusätzlich zu den Titeln im Herren- und Damen-Einzel, die durch Omar Assar und Offiong Edem gewonnen wurden, sicherte sich Ägypten beide Mannschafts-Titel und genoss den Erfolg im Herren-Doppel von Ahmed Ali Saleh und El-Sayed, die Meister wurden. Weitere Goldmedaillen wurden durch Offiong Edem gewonnen. Sie siegte in den Damen- und Mixed-Doppelwettbewerben an der Seite von Cecila Akpan und Segun Toriola.
Drei Goldmedaillen für Offiong Edem und dazu das Ticket zu den Olympischen Spielen 2012 in London waren ein enormer Erfolg für sie. Die Enttäuschung über den zweiten Platz im Damen-Mannschaftswettbewerb konnte so einfacher verdrängt werden.

London ruft

Am Ende der Veranstaltung qualifizierten sich vier Vertreter von Ägypten und Nigeria für die Olympischen Spiele 2012 in London. Omar Assar, El-Sayed Lashin, Nadeen El-Dawlatly und Dina Meshref werden Ägypten in den Einzelkonkurrenzen in London vertreten; für Nigeria werden es Quadri Aruna, Segun Toriola, Offiong Edem und Olufunke Oshonaike sein.
Gemäß den kontinentalen Qualifikationsregeln stehen Afrika in den Herren- und Damen-Einzelwettbewerben sechs Startplätze zu. Dabei ist Bedingung, dass maximal zwei Vertreter aus einem Nationalen Olympischen Komitee stammen dürfen. Bei den Männern sind das das Duo aus dem Kongo Brazzaville Suraju Saka und Saheed Idowu, die sich Startplätze in London sicherten. Bei den Damen qualifizierten sich Han Xing, ebenfalls aus dem Kongo Brazzaville, sowie Sarah Hanffou aus Kamerun.
Einen Startplatz in London war das Maß aller Dinge für die sechs Männer und sechs Damen. Bei allen, die ihre Plätze für London buchten, kam große Freude auf. Das breiteste Lächeln war aber auf den ägyptischen Gesichtern und dabei insbesondere bei den drei Spielern Omar Assar, Nadeen El-Dawlatly and Dina Meshref zu beobachten.
Die Tischtenniswettkämpfe bei den 2011 All African Games sahen den Beginn einer neuen Ära, eine aufregende neue Ära, ein Wendepunkt.

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